Land und Leute


Ciudad Bolivar

Eine Kolonialstadt am Rio Orinoco, der ideale Ausgangsort einer erlebnisreichen Venezuela-Reise!

Geschichte

1531 gründete Spanien erstmalig am Orinoco eine Siedlung unter dem Namen Santo Tome de las Guayanes, die allerdings in den Folgejahren durch die Truppen verfeindeter Kolonialmächte wie England, Frankreich sowie den Niederlanden zerstört wurde.

Im Jahre 1764 wurde an gleicher Stelle wiederum eine Siedlung namens  Santo Tome de la Nueva Guayana de la Angostura del Orinoco (Angostura = Engstelle) gegründet.

WRio Orinoco + Angostura Bridgeährend des venezuelanischen Befreiungskamnpfes von der spanischen Knechtschaft, wurde Cd. Bolivar von 1817 bis 1821 vorübergehend Hauptstadt des revolutionären Venezuelas. Hier hielt 1819 auf dem Kongress von Angostura Simon Bolivar seine berühmte Befreiungsrede und proklamierte die Bildung von Grosskolumbien also dem heutigen Venezuela, Kolumbien und Ecuador. Nach der entgültigen Unabhängigkeit wurde Caracas wieder Hauptstadt des Landes.

Im Mai 1846 wurde dann in Gedenken an Simon Bolivar die Stadt Angostura in Ciudad Bolivar umbenannt. Heute erinnert nur noch der Name der 1966 erbauten und 1.678 m langen Hängebrücke an den alten Namen der Stadt. Cocktail-Trinkern ist der Name auch durch das Angostura-Bitter bekannt, welches speziell im "Manhatten-Cocktail" verwendet wird. Hergestellt wird das Angostura heutzutage in Port-of-Spain Hauptstadt der autonomen Insel Trinidad.


Gegenwart

Heute hat Cd. Bolivar ca. 300.000 Einwohner und verfügt mit durchschnittlich 28 °C über die höchste Ciudad BolivarDurchschnittstemperatur Venezuelas. Das provinziale Leben Bolivars ist weniger hektisch als in Caracas. Über die Mittagszeit versinkt die Stadt aufgrund der grossen Hitze in eine Art Lethargie, die dann frühabends durch laute Salsarythmen fahrbarer Musikboxen fliegender Händler abrupt beendet wird. Nun flanieren die Einwohner entlang den Geschäften des Paseo Orinoco oder entspannen sich im kleinen Park am Mirador Orinoco, jenem Felsvorsprung, welcher der Stadt ihren ursprünglichen Namen gegeben hat.

Die koloniale Innenstadt befindet sich unmittelbar auf jenem Hügel, der den Rio Orinoco in sein enges Flussbett zwingt. Die malerischen Häuser aus dem 18. Jahrhundert sind insbesonders rund um den Plaza Bolivar bestens erhalten. Hier spielten sich auch die Befreiungszenen Venezuelas ab, denn hier hielt Simon Bolivar im Casa del Congreso de Angostura seine berühmte Rede zur Befreiung von den Kolonialherrschaft. Neben diesem Gebäude befindet sich im Cuadrilatero Historico (historisches Viereck) die Kathedrale Nuestra Senora de Las Nieves  und andere wichtige Kolonialbauten (siehe Bild ganz oben) wie z. B. den Palacio de Gobierno.

Ciudad Bolivar ist heute noch, wie vor Hunderten von Jahren, DER strategisch bedeutendste Ausgangspunkt zur Erkundung der Weiten des südlichen Venezuelas, da von hier aus sternförmig alle Naturschönheiten ideal erreicht werden können.


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